21.06.18 07:42 Alter: 91 days

Entsetzliche Unfallbilder und emotionale Schilderungen erschüttern Jugendliche der BBS Germersheim

VON: FRA

 

Das Verkehrsunfallpräventionsprojekt „Crash-Kurs RLP“ der Polizeiinspektion Germersheim sensibilisiert die Schüler/-innen der Berufsbildenden Schule Germersheim / Wörth für das eigene Verhalten im Straßenverkehr








Die Polizei Rheinland-Pfalz führte dieses Präventionsprojekt am 29. Mai 2018 in Germersheim und am 20. Juni 2018 in Wörth bereits zum zweiten Mal für Schüler/-innen der BBS Germersheim durch, mit dem Ziel die Anzahl Verkehrsunfälle mit schweren Folgen zu verringern. Die Kampagne richtet sich an Fahranfänger und Jugendliche, die gerade den Führerschein machen. Denn die häufigsten Autounfälle mit schweren oder tödlichen Folgen passieren unter jungen Fahranfängern zwischen 18 und 24 Jahren. Diese Gruppe verursachte 2010 neunzehn Prozent der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen, während ihr prozentualer Anteil an der Gesamtbevölkerung bei nur acht Prozent lag.


Der Erste Polizeihauptkommissar Uwe Becker moderierte die Veranstaltung und lenkte die Aufmerksamkeit der Schüler/-innen auf die Problematik der Fahrlässigkeit im Straßenverkehr mit seinen möglichen Folgen. Die Polizei und die Ersthelfer wie Feuerwehrleute, vertreten durch den damaligen Einsatzleiter Daniel Metzger, Rettungssanitäter und Notärzte wie Dr. Matthias Wölfel sowie Notfallseelsorger/-innen und Kriseninterventionshelfer/-innen möchten neue Wege gehen, um die jungen Menschen zu erreichen.


Nach Bildern von verschiedenen Unfallstellen wurde am Beispiel eines konkreten Autounfalls auf der Landstraße nahe Jockgrim, bei dem zwei befreundete Fahranfänger im Sommer 2012 tödlich verunglückt sind, gezeigt, wie die Einsatzleute vor Ort das Unfallgeschehen erlebt haben. Deutlich wurde anhand ihrer emotionalen Augenzeugenberichte und nachfolgender Unfallbilder, welche Tragödie sich in jener Nacht in unmittelbarer Nähe unserer Schulstandorte ereignet hat. Das fast unerträgliche Leid für die betroffenen Familien, aber auch für die Ersthelfer und Einsatzkräfte, wurde deutlich. Die Bilder der Unfallstelle würden sie noch jahrelang in sich tragen.
Die Botschaft aller Erzähler war dieselbe: Wer sich an die Regeln im Straßenverkehr hält, schützt Leben. Wer dies nicht tut, gefährdet dagegen sich und andere. Heiner Butz von der Notfallnachsorge, oft der Überbringer der schlechten Nachricht bei den Familien, ermahnte eindrucksvoll: „In den meisten Fällen habt ihr es in der Hand, ob ihr wohlbehalten nach Hause kommt oder nicht.“


Oft entscheidet eine Sekunde der Unaufmerksamkeit über Leben und Tod. Zu den häufigsten Unfallursachen beim Autofahren zählen das Benutzen des Smartphones während der Fahrt, überhöhte Geschwindigkeit und natürlich Trunkenheit am Steuer beziehungsweise der Konsum von Drogen und Medikamenten. Beim Fahren sollte man immer angeschnallt sein, gerade weil, wie am Beispielfall deutlich wurde, man nicht die Gefährdung durch andere kontrollieren kann.


Um den Zuhörern zu verdeutlichen, wie schnell das Leben eines Unfallopfers beendet sein kann, ließen die Polizisten/-innen einen großen Ballon platzen, auf dem kleine Zettel klebten, auf denen Schüler/-innen im Vorfeld ihre Wünschen für ihre Zukunft geschrieben hatten. Der Knall ließ viele Jugendliche zusammenzucken. Die Stille im Saal war ein Zeichen dafür, dass die jeweils etwa 250 Schüler/-innen sehr betroffen waren und vielleicht über das eigene Verhalten oder das ihrer Freunde in ähnlichen Fällen nachdachten. Durch die Schilderungen von Grausamkeit, Leid und Tod empfanden die Jugendlichen Mitleid mit den verstorbenen jungen Menschen und ihren Familienangehörigen. Viele Schüler/-innen beteuerten, dass sie nie betrunken Auto fahren und auf das Smartphone während der Fahrt verzichten würden. Ein Schüler schrieb als Feedback: „Ich möchte mich und andere nicht in Gefahr bringen, ich hänge an meinem Leben.“




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